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Düsseldorf - Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF steigt die Zahl der Kindesheiraten in den Flüchtlingsunterkünften, zum Beispiel in der Türkei, Syrien und Jordanien, an. Oftmals werden Mädchen auf der Flucht verheiratet in der Vorstellung, ihnen dadurch auf dem gefährlichen Weg einen besseren Schutz zu bieten. Viele der jungen Menschen erreichen später auch Deutschland und damit NRW.

In Deutschland sind etwa 1000 Fälle bekannt. Davon leben etwa 20% in NRW. Die Dunkelziffer ist unbekannt. Es besteht die Notwendigkeit, die Minderjährigen im Sinne des Kindeswohls bestmöglich zu schützen. „Entsprechend der bisherigen Gesetzeslage werden im Ausland geschlossene Ehen in Deutschland anerkannt“ sagt Dr. Patricia Aden, Vorsitzende des FrauenRat NRW, „außer wenn sie gegen den "ordre public" verstoßen. Bislang entschieden die Familiengerichte in jedem Einzelfall über die Rechtmäßigkeit dieser Ehen.“ erläutert die Vertreterin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) der Landesarbeitsgemeinschaft der kfd Diözesanverbände in NRW.

Der FrauenRat NRW fordert, sich für folgende Maßnahmen einzusetzen, um Kinder und Jugendliche vor Kinder- oder Frühehen zu schützen:

  • Beibehaltung der Standards deutscher Eheschließungen;
  • Weitergabe der Information an die in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten, dass in Deutschland geschlossene Kinderehen, auch kirchliche oder andere religiöse Trauungen, nicht rechtsgültig sind;
  • Überprüfung der bereits vorhandenen Hilfsangebote für Minderjährige, die von Zwangsheirat bedroht sind;
  • Bereitstellung von ausreichenden Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen zu den Folgen von Kinderehen;
  • Umsetzung der UN Empfehlungen zum Heiratsalter auf Bundesebene.

Wir schließen uns der weltweiten Forderung an, das Heiratsalter auf durchgängig 18 Jahre anzuheben.

Nächste Termine

16.01.18 Vorstandssitzung

27.02.18 Vorstandssitzung

10.04.18 Vorstandssitzung

14.04.18 Mitgliederversammlung

15.05.18 Vorstandssitzung

15.-17.06.18 Konferenz der Landesfrauenräte

Letzte Pressemitteilung

Ehrenamtliche Arbeit unterstützt den Weg der Frauen in die Politik!

Die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen ist eine optimale Vorbereitung für eine spätere politische Tätigkeit. Der Umgang mit den Regeln der Demokratie und das Aushalten von Konkurrenz werden in den Vereinen eingeübt. „Der Verein ist ein geschützter Raum, in dem man sich über seine Erfahrungen austauschen und von anderen lernen kann“, so die Vorsitzende Dr. Patricia Aden bei der Tagung des FrauenRat NRW e.V. „Frauen in die Politik! – Neue Wege der Vernetzung.“

Immer noch sind zu wenige Frauen in den Parlamenten, in den Gremien und in den politischen Ämtern vertreten. Nach der letzten Bundestagswahl ist der Anteil der Frauen im Deutschen Bundestag noch geringer geworden. Allerdings gibt es bezüglich des Frauenanteils in der Parteimitgliedschaft und bei den Mandaten erhebliche Unterschiede zwischen den Parteien.

Eine grundlegende Schwierigkeit ist, Frauen überhaupt für eine politische Tätigkeit zu gewinnen. Immer noch wirken sich Geschlechtsstereotype aus, von denen man glaubt, sie seien längst überwunden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass man Frauen weniger Sachkompetenz, weniger Durchsetzungsvermögen und geringere rhetorische Fähigkeiten zutraut. Frauen werden mit diesen Vorstellungen sozialisiert. Leider übernehmen sie diese dann oft unbewusst.

Stetige Präsenz und Sichtbarkeit ist ein unverzichtbarer Karrierebaustein. Gerade das ist für eine Frau in der Familienphase schwieriger zu leisten. Neue Spielregeln sind für Gremien und Parteiarbeit gefragt, damit Frauen nicht durch Pflege und Kinderbetreuung benachteiligt werden. Die Digitalisierung eröffnet Frauen Chancen, die sie nicht durch unbegründete Bedenken verspielen dürfen. Soziale Medien sind virtuelle Räume, in denen Frauen ortsunabhängig kommunizieren können. Auch in ihnen muss man ständig präsent sein, dazu bedarf es einer klaren Strategie.

Eine politische Karriere ist nicht auf Parlamente und in Ministerien beschränkt, auch die Arbeit im Landesfrauenrat und seinen Mitgliedsverbänden ist Politik. Unsere Verbandsfrauen sind Expertinnen in bestimmten Feldern unserer Gesellschaft und arbeiten zielstrebig daran, ihre Erkenntnisse umzusetzen. Sie liefern den Ministerien und den Abgeordneten wertvolle Informationen. Ihre Ausarbeitungen finden sich in Parlamentsdebatten und in Gesetzen wieder. Und das alles geschieht ehrenamtlich.