ministerium-NRW

Düsseldorf - Über die Vorgänge am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht ist der FrauenRat NRW e. V. entsetzt. „Können Frauen sich mitten in einer Großstadt nicht mehr allein auf die Straße trauen?“ fragt die Vorsitzende Dr. Patricia Aden. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist widerlich und stellt einen massiven Eingriff in die Grundrechte dar. Der FrauenRat NRW e.V. fordert eine lückenlose Aufklärung der Taten. Die Täter müssen vom Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen werden.

Da ähnliche Übergriffe auch in anderen Städten vorgekommen sind, handelt es sich offensichtlich nicht um Einzelfälle. Der Staat muss solchen Ereignissen künftig vorbeugen und ein deutliches Signal geben, dass Gewalt gegen Frauen in unserem Land nicht geduldet wird.

Von den Medien erwartet der FrauenRat NRW e. V. eine konsequente Berichterstattung, eine objektive Darstellung der Fakten und eine gründliche Recherche der Hintergründe.

Der FrauenRat NRW e.V. macht aber auch deutlich, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen keine Ethnie, kein Alter oder keine soziale Schicht kennt, sondern leider immer noch in allen Bereichen der Gesellschaft vorkommt.

PM_Gewalt_gegen_Frauen_darf_nicht_geduldet_werden 

Nächste Termine

31. Januar 2017 Vorstandssitzung

14. März 2017 Vorstandssitzung

25. März 2017 Mitgliederversammlung

25. April 2017 Vorstandssitzung

30. Mai 2017 Vorstandssitzung

Letzte Pressemitteilung

Gesicht zeigen

Die Identität einer Person muss zu jeder Zeit eindeutig feststellbar sein! Auf diesen Grundkonsens hat sich unsere offene und freiheitliche Gesellschaft seit langem verständigt. Derzeit sind keine Tendenzen erkennbar, dass große Teile unserer Gesellschaft dazu in verdecktem oder offenem Widerspruch stehen.

Das Gesicht einer Person ist in unserem Kulturraum das wichtigste Erkennungsmerkmal, mit dem wir ein Gegenüber erfassen und einschätzen. Menschen, deren Gesichter nicht erkennbar sind, verbergen ihre Identität und werden dadurch vielfach als polarisierend empfunden.

Die Zugehörigkeit beispielsweise zu einer bestimmten Peergroup, Berufsgruppe, Ethnie oder Weltanschauung kann durch eine entsprechende Kleidung sichtbar gemacht werden. Frauen, die dauerhaft durch das Tragen einer Vollverschleierung im öffentlichen Raum ihre Identität verschleiern, signalisieren ihrer Umgebung dadurch nonverbal, dass sie die gemeinsamen freiheitlichen Regelungen (noch) in Frage stellen.

Unser Staat unterstützt, dass Menschen aus anderen Kulturen in unsere Gesellschaft aufgenommen werden können. Das Gelingen einer sozialen und kulturellen Integration setzt überall voraus, dass jede Person, die in ein neues Gemeinwesen aufgenommen werden will, sich dem gelebten neuen Grundkonsens anschließt. Von jeder Einwanderin und jedem Einwanderer muss damit in jedem neuen Land verlangt werden, dass sie oder er die grundlegende verfasste Normengebung des aufnehmenden Staates anerkennt und respektiert.
Aufgrund dieser Überlegungen erwartet der FrauenRat NRW von allen politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern
  1. eine Klarstellung, dass es allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern möglich bleiben muss, die Identität jeder Person, die sich im öffentlichen Raum aufhält, eindeutig einordnen zu können.
  2. geeignete Maßnahmen, die den voll verschleierten Frauen und ihren Familienangehörigen bewusst macht, wie sehr eine polarisierende Kleidung eine gesellschaftliche Teilhabe und damit eine volle Integration in die aufnehmende Gesellschaft erschwert bis ganz verhindert.
  3. eine eindeutige Klarstellung, dass in unserem Staat nur solche Menschen dauerhaft Aufnahme finden können, die unsere freiheitliche Ordnung in unserer offenen Gesellschaft mittragen und unseren Grundkonsens im öffentlichen Raum nicht durch eine stark polarisierende Kleidung sichtbar in Frage stellen.