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Die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen ist eine optimale Vorbereitung für eine spätere politische Tätigkeit. Der Umgang mit den Regeln der Demokratie und das Aushalten von Konkurrenz werden in den Vereinen eingeübt. „Der Verein ist ein geschützter Raum, in dem man sich über seine Erfahrungen austauschen und von anderen lernen kann“, so die Vorsitzende Dr. Patricia Aden bei der Tagung des FrauenRat NRW e.V. „Frauen in die Politik! – Neue Wege der Vernetzung.“

Immer noch sind zu wenige Frauen in den Parlamenten, in den Gremien und in den politischen Ämtern vertreten. Nach der letzten Bundestagswahl ist der Anteil der Frauen im Deutschen Bundestag noch geringer geworden. Allerdings gibt es bezüglich des Frauenanteils in der Parteimitgliedschaft und bei den Mandaten erhebliche Unterschiede zwischen den Parteien.

Eine grundlegende Schwierigkeit ist, Frauen überhaupt für eine politische Tätigkeit zu gewinnen. Immer noch wirken sich Geschlechtsstereotype aus, von denen man glaubt, sie seien längst überwunden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass man Frauen weniger Sachkompetenz, weniger Durchsetzungsvermögen und geringere rhetorische Fähigkeiten zutraut. Frauen werden mit diesen Vorstellungen sozialisiert. Leider übernehmen sie diese dann oft unbewusst.

Stetige Präsenz und Sichtbarkeit ist ein unverzichtbarer Karrierebaustein. Gerade das ist für eine Frau in der Familienphase schwieriger zu leisten. Neue Spielregeln sind für Gremien und Parteiarbeit gefragt, damit Frauen nicht durch Pflege und Kinderbetreuung benachteiligt werden. Die Digitalisierung eröffnet Frauen Chancen, die sie nicht durch unbegründete Bedenken verspielen dürfen. Soziale Medien sind virtuelle Räume, in denen Frauen ortsunabhängig kommunizieren können. Auch in ihnen muss man ständig präsent sein, dazu bedarf es einer klaren Strategie.

Eine politische Karriere ist nicht auf Parlamente und in Ministerien beschränkt, auch die Arbeit im Landesfrauenrat und seinen Mitgliedsverbänden ist Politik. Unsere Verbandsfrauen sind Expertinnen in bestimmten Feldern unserer Gesellschaft und arbeiten zielstrebig daran, ihre Erkenntnisse umzusetzen. Sie liefern den Ministerien und den Abgeordneten wertvolle Informationen. Ihre Ausarbeitungen finden sich in Parlamentsdebatten und in Gesetzen wieder. Und das alles geschieht ehrenamtlich.

 

Düsseldorf, zum 8. September 2017 – Vom 8. bis 17. September 2017 findet die 13. Woche des bürgerschaftlichen Engagements statt. Aus diesem Anlass fordert der FrauenRat NRW eine stärkere politische Anerkennung und eine wirksamere finanzielle Förderung der ehrenamtlichen Arbeit in Frauenverbänden sowie in ihren überregionalen Zusammenschlüssen. Der FrauenRat NRW unterstreicht nachdrücklich die politische Dimension des Ehrenamtes.

In Deutschland engagieren sich inzwischen rund 31 Millionen Bürger*innen ehrenamtlich und freiwillig. „Vielfach erleben wir, dass der Focus der Politik vor allem auf einem Einsatz ehrenamtlich engagierter Bürger*innen bei sozialen Unterstützungen liegt, zum Beispiel für caritative Leistungen im Pflege- und Palliativbereich. Gerade auf diesem Gebiet übernehmen Frauen immer öfter Gemeinwohlaufgaben und Pflichten, für die eigentlich die öffentliche Hand zuständig wäre.“ betont Patricia Aden, Vorsitzende des FrauenRat NRW.

Dabei hat das Engagement für das Gemeinwohl viele Gesichter. So leistet beispielsweise die ehrenamtliche Arbeit in Verbänden und Vereinen einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung und zur Unterstützung der Interessen von Bürgerinnen und Bürgern. Verbände fördern die politische Diskussionskultur und die Meinungsbildung. Sie machen es möglich, dass ehrenamtliche Aktivitäten in zivilgesellschaftlicher und politischer Teilhabe münden können. Für Frauenverbände erwarten wir in diesem Bereich eine stärkere finanzielle Förderung.

Politische Förderung und Wertschätzung kann deutlich werden in:

  • Förderung von Frauen in Leitungsfunktionen und in Bereichen, die mit einer hohen gesellschaftlichen Wertschätzung oder einer deutlich wahrnehmbaren öffentlichen Präsenz verbunden sind.
  • Deutlich stärkere Berücksichtigung ehrenamtlich erworbener fachlicher und sozialer Kompetenzen im beruflichen Werdegang. In diesem Zusammenhang weist der FrauenRat NRW nachdrücklich auf den „Ehrenamtsnachweis“ hin, der Kompetenzen bescheinigt, die durch Bürgerschaftliches Engagement erworben werden.
  • Ausweitung der Dienstbefreiung für ehrenamtliche Tätigkeiten, wie es bereits bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr oder des THW üblich ist.
  • Volle Anerkennung ehrenamtlicher geleisteter Arbeitsstunden bei der Rentenberechnung.
  • Rahmenbedingungen für Bürgerschaftliches Engagement müssen so gestaltet werden, dass sich alle Gesellschaftsgruppen und insbesondere beide Geschlechter gleichermaßen beteiligen können.
  • Träger Bürgerschaftlichen Engagements dürfen durch den Einsatz von Ehrenamtlichen keine Gewinne erwirtschaften und müssen zwingend die durch die zu übernehmenden Aufgaben entstehenden Kosten wie Aufwandsentschädigungen, Wegekosten oder Schutzkleidung erstatten. (Kostenneutralität).

Die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements wird alljährlich durch das „Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement“ (BBE) ausgerufen, in dem auch viele Mitgliederverbände des FrauenRat NRW mitwirken. Unter dem Motto „Engagement macht stark!“ wirbt das Netzwerk bundesweit für das ehrenamtliche Engagement in allen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Die Identität einer Person muss zu jeder Zeit eindeutig feststellbar sein! Auf diesen Grundkonsens hat sich unsere offene und freiheitliche Gesellschaft seit langem verständigt. Derzeit sind keine Tendenzen erkennbar, dass große Teile unserer Gesellschaft dazu in verdecktem oder offenem Widerspruch stehen.

Das Gesicht einer Person ist in unserem Kulturraum das wichtigste Erkennungsmerkmal, mit dem wir ein Gegenüber erfassen und einschätzen. Menschen, deren Gesichter nicht erkennbar sind, verbergen ihre Identität und werden dadurch vielfach als polarisierend empfunden.

Die Zugehörigkeit beispielsweise zu einer bestimmten Peergroup, Berufsgruppe, Ethnie oder Weltanschauung kann durch eine entsprechende Kleidung sichtbar gemacht werden. Frauen, die dauerhaft durch das Tragen einer Vollverschleierung im öffentlichen Raum ihre Identität verschleiern, signalisieren ihrer Umgebung dadurch nonverbal, dass sie die gemeinsamen freiheitlichen Regelungen (noch) in Frage stellen.

Unser Staat unterstützt, dass Menschen aus anderen Kulturen in unsere Gesellschaft aufgenommen werden können. Das Gelingen einer sozialen und kulturellen Integration setzt überall voraus, dass jede Person, die in ein neues Gemeinwesen aufgenommen werden will, sich dem gelebten neuen Grundkonsens anschließt. Von jeder Einwanderin und jedem Einwanderer muss damit in jedem neuen Land verlangt werden, dass sie oder er die grundlegende verfasste Normengebung des aufnehmenden Staates anerkennt und respektiert.
Aufgrund dieser Überlegungen erwartet der FrauenRat NRW von allen politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern
  1. eine Klarstellung, dass es allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern möglich bleiben muss, die Identität jeder Person, die sich im öffentlichen Raum aufhält, eindeutig einordnen zu können.
  2. geeignete Maßnahmen, die den voll verschleierten Frauen und ihren Familienangehörigen bewusst macht, wie sehr eine polarisierende Kleidung eine gesellschaftliche Teilhabe und damit eine volle Integration in die aufnehmende Gesellschaft erschwert bis ganz verhindert.
  3. eine eindeutige Klarstellung, dass in unserem Staat nur solche Menschen dauerhaft Aufnahme finden können, die unsere freiheitliche Ordnung in unserer offenen Gesellschaft mittragen und unseren Grundkonsens im öffentlichen Raum nicht durch eine stark polarisierende Kleidung sichtbar in Frage stellen.

Mit der Mitgliederversammlung am 25.03.2017 tritt ein neuer Vorstand zur nächsten Amtsperiode an. Die Vorsitzende Dr. Patricia Aden vom Deutschen Akademikerinnenbund LV Rheinland wurde einstimmig wiedergewählt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Uta Fechler von der kfd LAG NRW und Elisabeth Thesing-Bleck vom Berufsverband der Frau in Business und Management gewählt. Mit großer Mehrheit traten die Schatzmeisterin Maria Berghoff vom Westfälischen Lippischen Landfrauenverband und die Schriftführerin Sylvia Olbrich der LAG Frauen von Bündnis90/Die Grünen ihr neues Amt an. Mit den Beisitzerinnen Bibiane Benadio vom DBfK Nordwest e.V. Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, Roswitha Damen vom DGB Bezirk NRW – Abteilung Frauen, Dr. Beate von Miquel von der Evangelische Frauenhilfe in Westfalen und Miriam Pospich von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen NRW wird der Vorstand vervollständigt.

Düsseldorf - Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF steigt die Zahl der Kindesheiraten in den Flüchtlingsunterkünften, zum Beispiel in der Türkei, Syrien und Jordanien, an. Oftmals werden Mädchen auf der Flucht verheiratet in der Vorstellung, ihnen dadurch auf dem gefährlichen Weg einen besseren Schutz zu bieten. Viele der jungen Menschen erreichen später auch Deutschland und damit NRW.

In Deutschland sind etwa 1000 Fälle bekannt. Davon leben etwa 20% in NRW. Die Dunkelziffer ist unbekannt. Es besteht die Notwendigkeit, die Minderjährigen im Sinne des Kindeswohls bestmöglich zu schützen. „Entsprechend der bisherigen Gesetzeslage werden im Ausland geschlossene Ehen in Deutschland anerkannt“ sagt Dr. Patricia Aden, Vorsitzende des FrauenRat NRW, „außer wenn sie gegen den "ordre public" verstoßen. Bislang entschieden die Familiengerichte in jedem Einzelfall über die Rechtmäßigkeit dieser Ehen.“ erläutert die Vertreterin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) der Landesarbeitsgemeinschaft der kfd Diözesanverbände in NRW.

Der FrauenRat NRW fordert, sich für folgende Maßnahmen einzusetzen, um Kinder und Jugendliche vor Kinder- oder Frühehen zu schützen:

  • Beibehaltung der Standards deutscher Eheschließungen;
  • Weitergabe der Information an die in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten, dass in Deutschland geschlossene Kinderehen, auch kirchliche oder andere religiöse Trauungen, nicht rechtsgültig sind;
  • Überprüfung der bereits vorhandenen Hilfsangebote für Minderjährige, die von Zwangsheirat bedroht sind;
  • Bereitstellung von ausreichenden Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen zu den Folgen von Kinderehen;
  • Umsetzung der UN Empfehlungen zum Heiratsalter auf Bundesebene.

Wir schließen uns der weltweiten Forderung an, das Heiratsalter auf durchgängig 18 Jahre anzuheben.

Nächste Termine

06.10.17 Veranstaltung: Frauen in die Politik! Neue Wege der Vernetzung

17.10.17 Vorstandssitzung

14.11.17 Vorstandssitzung

14.04.18 Mitgliederversammlung

15.-17.06.18 Konferenz der Landesfrauenräte

Letzte Pressemitteilung

Ehrenamtliche Arbeit unterstützt den Weg der Frauen in die Politik!

Die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen ist eine optimale Vorbereitung für eine spätere politische Tätigkeit. Der Umgang mit den Regeln der Demokratie und das Aushalten von Konkurrenz werden in den Vereinen eingeübt. „Der Verein ist ein geschützter Raum, in dem man sich über seine Erfahrungen austauschen und von anderen lernen kann“, so die Vorsitzende Dr. Patricia Aden bei der Tagung des FrauenRat NRW e.V. „Frauen in die Politik! – Neue Wege der Vernetzung.“

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Stetige Präsenz und Sichtbarkeit ist ein unverzichtbarer Karrierebaustein. Gerade das ist für eine Frau in der Familienphase schwieriger zu leisten. Neue Spielregeln sind für Gremien und Parteiarbeit gefragt, damit Frauen nicht durch Pflege und Kinderbetreuung benachteiligt werden. Die Digitalisierung eröffnet Frauen Chancen, die sie nicht durch unbegründete Bedenken verspielen dürfen. Soziale Medien sind virtuelle Räume, in denen Frauen ortsunabhängig kommunizieren können. Auch in ihnen muss man ständig präsent sein, dazu bedarf es einer klaren Strategie.

Eine politische Karriere ist nicht auf Parlamente und in Ministerien beschränkt, auch die Arbeit im Landesfrauenrat und seinen Mitgliedsverbänden ist Politik. Unsere Verbandsfrauen sind Expertinnen in bestimmten Feldern unserer Gesellschaft und arbeiten zielstrebig daran, ihre Erkenntnisse umzusetzen. Sie liefern den Ministerien und den Abgeordneten wertvolle Informationen. Ihre Ausarbeitungen finden sich in Parlamentsdebatten und in Gesetzen wieder. Und das alles geschieht ehrenamtlich.