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Düsseldorf, zum 8. September 2017 – Vom 8. bis 17. September 2017 findet die 13. Woche des bürgerschaftlichen Engagements statt. Aus diesem Anlass fordert der FrauenRat NRW eine stärkere politische Anerkennung und eine wirksamere finanzielle Förderung der ehrenamtlichen Arbeit in Frauenverbänden sowie in ihren überregionalen Zusammenschlüssen. Der FrauenRat NRW unterstreicht nachdrücklich die politische Dimension des Ehrenamtes.

In Deutschland engagieren sich inzwischen rund 31 Millionen Bürger*innen ehrenamtlich und freiwillig. „Vielfach erleben wir, dass der Focus der Politik vor allem auf einem Einsatz ehrenamtlich engagierter Bürger*innen bei sozialen Unterstützungen liegt, zum Beispiel für caritative Leistungen im Pflege- und Palliativbereich. Gerade auf diesem Gebiet übernehmen Frauen immer öfter Gemeinwohlaufgaben und Pflichten, für die eigentlich die öffentliche Hand zuständig wäre.“ betont Patricia Aden, Vorsitzende des FrauenRat NRW.

Dabei hat das Engagement für das Gemeinwohl viele Gesichter. So leistet beispielsweise die ehrenamtliche Arbeit in Verbänden und Vereinen einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung und zur Unterstützung der Interessen von Bürgerinnen und Bürgern. Verbände fördern die politische Diskussionskultur und die Meinungsbildung. Sie machen es möglich, dass ehrenamtliche Aktivitäten in zivilgesellschaftlicher und politischer Teilhabe münden können. Für Frauenverbände erwarten wir in diesem Bereich eine stärkere finanzielle Förderung.

Politische Förderung und Wertschätzung kann deutlich werden in:

  • Förderung von Frauen in Leitungsfunktionen und in Bereichen, die mit einer hohen gesellschaftlichen Wertschätzung oder einer deutlich wahrnehmbaren öffentlichen Präsenz verbunden sind.
  • Deutlich stärkere Berücksichtigung ehrenamtlich erworbener fachlicher und sozialer Kompetenzen im beruflichen Werdegang. In diesem Zusammenhang weist der FrauenRat NRW nachdrücklich auf den „Ehrenamtsnachweis“ hin, der Kompetenzen bescheinigt, die durch Bürgerschaftliches Engagement erworben werden.
  • Ausweitung der Dienstbefreiung für ehrenamtliche Tätigkeiten, wie es bereits bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr oder des THW üblich ist.
  • Volle Anerkennung ehrenamtlicher geleisteter Arbeitsstunden bei der Rentenberechnung.
  • Rahmenbedingungen für Bürgerschaftliches Engagement müssen so gestaltet werden, dass sich alle Gesellschaftsgruppen und insbesondere beide Geschlechter gleichermaßen beteiligen können.
  • Träger Bürgerschaftlichen Engagements dürfen durch den Einsatz von Ehrenamtlichen keine Gewinne erwirtschaften und müssen zwingend die durch die zu übernehmenden Aufgaben entstehenden Kosten wie Aufwandsentschädigungen, Wegekosten oder Schutzkleidung erstatten. (Kostenneutralität).

Die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements wird alljährlich durch das „Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement“ (BBE) ausgerufen, in dem auch viele Mitgliederverbände des FrauenRat NRW mitwirken. Unter dem Motto „Engagement macht stark!“ wirbt das Netzwerk bundesweit für das ehrenamtliche Engagement in allen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Nächste Termine

04.09.18 Sommerempfang

06.10.18 Veranstaltung 100 Jahre Frauenwahlrecht

09.10.18 Vorstandssitzung

13.11.18 Vorstandssitzung

04.12.18 Vorstandssitzung

Letzte Pressemitteilung

FrauenRat NRW fordert die Impfakzeptanz zu verbessern - Impfraten landesweit erhöhen

Impfen schützt vor Infektionskrankheiten und ihren vermeidbaren Folgen, zu denen in jedem Fall Krankheitstage zählen. Diese sind eine Belastung für die erkrankten Menschen selbst und ihre Familien. Darüber hinaus führen Krankheitstage zu Ausfällen bei der Arbeit und vergrößern den Betreuungsbedarf. Infektionskrankheiten können aber auch schwere Komplikationen nach sich ziehen, bis zu Behinderung und Tod. In einem modernen und leistungsfähigen Gesundheitssystem sollte jeder Mensch vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter den bestmöglichen Impfschutz haben.

Impfungen dienen in erster Linie dem individuellen Schutz. Dieser wird nur erreicht, wenn alle Impftermine laut Impfkalender der STIKO wahrgenommen und auch im Erwachsenenleben Impfungen aufgefrischt werden. Die Zahlen des Robert-Koch-Institutes zeigen, dass oft die erste Impfdosis noch verabreicht wird, aber Folgetermine nicht mehr wahrgenommen werden. Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter finden nicht flächendeckend statt.

Impfungen haben aber auch eine sozialmedizinische Dimension, indem sie Menschen schützen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Dieser Effekt, die sogenannte Herdenimmunität, tritt aber erst ein, wenn 95 Prozent einer Population gegen eine Krankheit geimpft ist. Durch flächendeckende Impfungen ist es der WHO gelungen, die Pocken weltweit auszurotten. Das Ziel der WHO, die Masern weltweit zu eliminieren wird u. a. deshalb nicht erreicht, weil in Deutschland die Impfquoten zu niedrig sind.

Der FrauenRat NRW e.V. begrüßt ausdrücklich die Bereitstellung von 200.000 Euro im Landeshaushalt NRW für Schutzimpfungen und Aufklärung. Ebenso begrüßen wir den Antrag der Regierungsfraktionen, eine landesweite Impfkampagne zu entwickeln. Folgende Punkte sollten dabei besondere Berücksichtigung finden:

  • Die HPV-Impfung, die jetzt für Mädchen und Jungen empfohlen wird, muss besonders beworben und durch aufsuchende Impfaktionen verbessert werden. Bei der aktuellen Impfquote von unter 40 Prozent werden viele junge Menschen den Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, Anal- und Mundbodenkarzinomen, sowie vor Feigwarzen verfehlen.
  • Menschen ab 60 Jahren müssen ausdrücklich in den Impfschutz einbezogen werden, besonders bei der Grippe- und der Pneumokokkenimpfung. Mit steigendem Alter nimmt das Infektionsrisiko zu. Alte Menschen dürfen nicht bei der Gesundheitsversorgung benachteiligt werden.
  • Der Erfolg einer landesweiten Kampagne hängt nicht nur von der Einsicht der Bevölkerung ab, sondern in hohem Maße von den Ärzten, die Impfungen niedrigschwellig anbieten müssen. Deshalb sollen auch Ärztinnen und Ärzte in die Kampagne einbezogen werden, mit dem Ziel, dass bei jeder Routineuntersuchung, wie z.B. Gesundheitsuntersuchung, Krebsvorsorgeuntersuchung, Arbeitsschutzuntersuchung der Impfschutz überprüft und Impflücken geschlossen werden. Für Kinderärzte muss sichergestellt werden, dass sie auch Eltern und Betreuungspersonen impfen können.