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Frauen sehen sich in Zeiten der Corona-Pandemie mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. In dieser Ausnahmesituation, durch die Frauen aufgrund ihrer familiären und finanziellen Situation zum Teil extrem betroffen sind, ist ein effektiver Schutz vor häuslicher Gewalt besonders wichtig. Dazu müssen allerdings die Beratungsstellen auch entsprechend ausgestattet sein.

Ministerin Ina Scharrenbach, zuständig für Gleichstellung in NRW, hat zwar zugesichert, die Landesmittel an die Träger für die Zukunft weiter zur Verfügung zu stellen. Nach den bisher vorliegenden Informationen wird kein darüberhinausgehender Handlungsbedarf gesehen. „Dies ist ein fataler Irrtum!“, mahnte Dr. Patricia Aden, Vorsitzende des FrauenRat NRW.

Der FrauenRat NRW unterstützt die Forderungen der autonomen Frauen-Notrufe NRW nach weiteren finanziellen Zuschüssen, die sich auf die notwendigen Maßnahmen richten, um einen Schutz von Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt sicherstellen zu können.

  1. Der FrauenRat NRW fordert schnelle und unbürokratische finanzielle Zuschüsse für die Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser für die Anschaffung notwendiger technischer Ausstattung, um die Beratungsleistungen telefonisch und Online durchführen zu können. Die derzeitige Ausstattung entspricht vielfach nicht diesen Anforderungen.
  2. Die Finanzierung, die nicht nur von Landesmitteln, sondern von Mitteln der Kommunen und in besonderem Maße von der Erwirtschaftung von Eigenmitteln abhängt, ist gefährdet. Da Veranstaltungen und sonstige Angebote durch die Beratungsstellen und Trägervereine, durch die Geldmittel eingebracht werden können, nicht stattfinden, entsteht eine erhebliche Deckungslücke. Der FrauenRat NRW sieht die Landesregierung in der Pflicht, den Ausfall der Eigenmittel durch erhöhte Zuschüsse unbürokratisch sicher zu stellen.
  3. Es kann nicht sein, dass die MitarbeiterInnen, die einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft in dieser Krise leisten, um den weiteren Bestand ihrer Einrichtung und damit ihrer eigenen Existenz fürchten müssen, wenn z.B. Projektvorhaben nicht vollständig umgesetzt werden können oder Fallzahlen für Finanzierungsmodelle sich ändern. Wir erwarten konkrete Zusicherungen und kreative Lösungen. 

Andere Länder, wie z.B. Baden-Württemberg, machen es vor. Dort wurde bereits Anfang April 2020 ein Soforthilfe-Fonds in Höhe von 2 Millionen Euro für Frauen- und Kinderschutzhäuser und Beratungsstellen gegen häusliche und sexuelle Gewalt eingerichtet.

Der FrauenRat NRW fordert eine ebenso unbürokratische und wie schnelle finanzielle Unterstützung.

Der FrauenRat NRW, Interessenvertretung von ca. zwei Mio. engagierter Frauen in den Mitgliedsverbänden, beschäftigt sich in Zeiten von Corona mit der besonderen Betroffenheit von Frauen in den verschiedensten Lebensbereichen. Wir möchten die Vielfalt der Problemfelder darstellen und Forderungen, auch mit Unterstützung unserer Mitgliedsverbände, an die Landesregierung und die Politik richten.  

PDF-Version der Pressemitteilung "Beratungsstellen für Frauen - wichtiger denn je"

Nächste Termine

09.06.20 Vorstandskonferenz

18.09.-20.09.20 Konferenz der Landesfrauenräte

11.06.-13.06.21 Konferenz der Landesfrauenräte

Letzte Pressemitteilung

FrauenRat NRW begrüßt NRW-Initiative gegen diskriminierende Computer-Algorithmen

„Geschlechtsspezifische Vorurteile oder Rollenstereotype in der analogen Welt dürfen sich nicht in der digitalen Welt fortsetzen oder sogar verstärkt werden“, fordert die Vorsitzende des FrauenRat NRW Dr. Patricia Aden.

Der FrauenRat NRW begrüßt die Initiative der NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach gegen diskriminierende Computer-Algorithmen. Auf Antrag Nordrhein-Westfalens sollen die GleichstellungsministerInnen der Länder in der nächsten Konferenz beschließen, dass die Bundesregierung, Unternehmen und Behörden verbindliche Verhaltensregeln festlegen, wenn sie Algorithmen etwa bei der Personalauswahl nutzen.

Es muss darauf geachtet werden, Algorithmen und Anwendungen für die Künstliche Intelligenz (KI) diskriminierungsfrei zu gestalten. Die Nutzung von Algorithmen zur Entscheidungsfindung führt vielfach zur mittelbaren Diskriminierung von Frauen, die wegen ihrer mangelnden Transparenz nicht direkt nachzuvollziehen ist. Diese für die Betroffenen unsichtbaren Datenverknüpfungen anhand von in Algorithmen festgelegten Merkmalen können zu erheblichen Geschlechterungleichheiten führen und weitreichende Folgen haben, z.B. bei der Personalauswahl oder Kreditvergabe.

Hier bedarf es konkreter Richtlinien für Unternehmen und Behörden, die dem Antidiskriminierungsrecht und dem Datenschutz gerecht werden.

Digitalisierung bietet große Chancen, aber auch Risiken, gerade für Frauen. Der FrauenRat NRW macht es sich zur Aufgabe, auf diese Form der Diskriminierung aufmerksam zu machen, um Frauen zu sensibilisieren und zu ermutigen, geschlechterbasierter Benachteiligung auch im digitalen Raum entgegenzutreten.

Der FrauenRat NRW, Interessenvertretung von ca. zwei Mio. engagierter Frauen in den Mitgliedsverbänden, beschäftigt sich in Zeiten von Corona mit der besonderen Betroffenheit von Frauen in den verschiedensten Lebensbereichen. Wir möchten die Vielfalt der Problemfelder darstellen und Forderungen, auch mit Unterstützung unserer Mitgliedsverbände, an die Landesregierung und die Politik richten.  

PDF Version der Pressemitteilung "FrauenRat NRW begrüßt NRW-Initiative gegen diskriminierende Computer-Algorithmen"

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