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Seit 2012 ist ein Test erhältlich, mit dem die Trisomie 21 bereits ab der 9. Woche durch eine einfache Blutuntersuchung nachgewiesen werden kann. Die Trisomie 21 ist eine Chromosomenstörung, bei der das Chromosom Nr. 21 in jeder Zelle dreifach, und nicht wie normal zweifach, vorhanden ist. Die Trisomie ist nur eine von vielen Störungen, die beim Embryo auftreten können. Der Test ist völlig risikolos für Mutter und Kind, zudem erfolgt er in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft. Eine Hundertprozentige Sicherheit bezüglich der Diagnose bringt er aber nicht. Bisher ist die Zahl der Anwenderinnen auf Grund der hohen Kosten noch gering.

Im August 2016 hat der Gemeinsame Bundesausschuss ein Prüfverfahren eingeleitet mit dem Ziel, den Bluttest auf Trisomie in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Wenn das geschieht, wird dieser Test zu einer Routineuntersuchung in der Schwangerschaft werden. Es ist anzunehmen, dass dann auch die positiv getesteten Kinder routinemäßig abgetrieben werden. Bisher geschieht das in 90% der Fälle.

Der Gemeinsame Bundesausschuss betont, dass er nur die rechtlichen Aspekte prüfen kann und für die ethische Bewertung nicht zuständig ist. Die Verantwortung für die Einführung eines solchen Tests liegt also bei uns, bei der Gesellschaft. Grundsätzlich ist zu überlegen, wie wir als Gesellschaft zu diesem und weiteren pränatalen Tests, die es möglicherweise in Zukunft geben wird, stehen. Sind sie eine Hilfe oder führen sie zu einer Selektion der Ungeborenen?

Der FrauenRat NRW fordert dazu auf, sich diesen Fragen zu stellen. In einer breiten gesellschaftlichen Debatte müssen die unterschiedlichen Gesichtspunkte aufgezeigt und erklärt werden. Eckpunkte dieser Debatte sind:

  • Die Entscheidung für oder gegen ein behindertes Kind darf kein Automatismus sein, sondern muss verantwortungsvoll getroffen werden. Nicht nur die betroffenen Eltern, auch die Gesellschaft muss das Für und Wider sorgfältig erwägen.
  • Eltern müssen ein adäquates Angebot vorfinden, dass sie bei dieser Entscheidung unterstützt und begleitet.
  • Die Förderung und die Anerkennung von Menschen mit Behinderung ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft.
  • Eltern von Kindern mit Behinderung verdienen nicht nur Respekt, sondern auch praktische Unterstützung.

Nächste Termine

06.10.17 Veranstaltung: Frauen in die Politik! Neue Wege der Vernetzung

17.10.17 Vorstandssitzung

14.11.17 Vorstandssitzung

14.04.18 Mitgliederversammlung

15.-17.06.18 Konferenz der Landesfrauenräte

Letzte Pressemitteilung

FrauenRat NRW fordert Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit von politischer Interessensvertretung in Verbänden

Düsseldorf, zum 8. September 2017 – Vom 8. bis 17. September 2017 findet die 13. Woche des bürgerschaftlichen Engagements statt. Aus diesem Anlass fordert der FrauenRat NRW eine stärkere politische Anerkennung und eine wirksamere finanzielle Förderung der ehrenamtlichen Arbeit in Frauenverbänden sowie in ihren überregionalen Zusammenschlüssen. Der FrauenRat NRW unterstreicht nachdrücklich die politische Dimension des Ehrenamtes.

In Deutschland engagieren sich inzwischen rund 31 Millionen Bürger*innen ehrenamtlich und freiwillig. „Vielfach erleben wir, dass der Focus der Politik vor allem auf einem Einsatz ehrenamtlich engagierter Bürger*innen bei sozialen Unterstützungen liegt, zum Beispiel für caritative Leistungen im Pflege- und Palliativbereich. Gerade auf diesem Gebiet übernehmen Frauen immer öfter Gemeinwohlaufgaben und Pflichten, für die eigentlich die öffentliche Hand zuständig wäre.“ betont Patricia Aden, Vorsitzende des FrauenRat NRW.

Dabei hat das Engagement für das Gemeinwohl viele Gesichter. So leistet beispielsweise die ehrenamtliche Arbeit in Verbänden und Vereinen einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung und zur Unterstützung der Interessen von Bürgerinnen und Bürgern. Verbände fördern die politische Diskussionskultur und die Meinungsbildung. Sie machen es möglich, dass ehrenamtliche Aktivitäten in zivilgesellschaftlicher und politischer Teilhabe münden können. Für Frauenverbände erwarten wir in diesem Bereich eine stärkere finanzielle Förderung.

Politische Förderung und Wertschätzung kann deutlich werden in:

  • Förderung von Frauen in Leitungsfunktionen und in Bereichen, die mit einer hohen gesellschaftlichen Wertschätzung oder einer deutlich wahrnehmbaren öffentlichen Präsenz verbunden sind.
  • Deutlich stärkere Berücksichtigung ehrenamtlich erworbener fachlicher und sozialer Kompetenzen im beruflichen Werdegang. In diesem Zusammenhang weist der FrauenRat NRW nachdrücklich auf den „Ehrenamtsnachweis“ hin, der Kompetenzen bescheinigt, die durch Bürgerschaftliches Engagement erworben werden.
  • Ausweitung der Dienstbefreiung für ehrenamtliche Tätigkeiten, wie es bereits bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr oder des THW üblich ist.
  • Volle Anerkennung ehrenamtlicher geleisteter Arbeitsstunden bei der Rentenberechnung.
  • Rahmenbedingungen für Bürgerschaftliches Engagement müssen so gestaltet werden, dass sich alle Gesellschaftsgruppen und insbesondere beide Geschlechter gleichermaßen beteiligen können.
  • Träger Bürgerschaftlichen Engagements dürfen durch den Einsatz von Ehrenamtlichen keine Gewinne erwirtschaften und müssen zwingend die durch die zu übernehmenden Aufgaben entstehenden Kosten wie Aufwandsentschädigungen, Wegekosten oder Schutzkleidung erstatten. (Kostenneutralität).

Die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements wird alljährlich durch das „Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement“ (BBE) ausgerufen, in dem auch viele Mitgliederverbände des FrauenRat NRW mitwirken. Unter dem Motto „Engagement macht stark!“ wirbt das Netzwerk bundesweit für das ehrenamtliche Engagement in allen Bereichen des öffentlichen Lebens.