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Auf die Sendung "Deutschland im Gleichstellungswahn" hat auch der Vorstand des Frauenrates NRW reagiert. In einem Brief an den Intendanten schrieben wir:

Die Sendung „Hart aber fair“ am 2. März hat vielfach für Empörung gesorgt. Die Programmbeschwerde der LAG der Gleichstellungsbeauftragten ist Ihnen inzwischen zugegangen. Die Kritikpunkte dieser Beschwerde teilen wir, der Vorstand des FrauenRat NRW e. V.: Voreingenommenheit des Moderators, fehlende inhaltliche Substanz, Besetzung des Podiums mit ungeeigneten Gästen.

Die Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer bestimmen ganz wesentlich den Verlauf der Sendung, so dass man sich fragen muss, ob Herr Plasberg es nicht besser wusste, oder ob er bereits durch die Auswahl der Gäste das Thema „Gleichstellung“ skandalisieren wollte. Richtig wäre es gewesen, zu diesem Thema eine Gleichstellungbeauftragte und/oder eine Vertreterin der Gender-Forschung einzuladen. Und in aller Bescheidenheit – es hätte auch nahe gelegen, eine Vertreterin des Landesfrauenrates einzuladen, der seit über 40 Jahren mit Gleichstellung befasst ist und durch seine 60 Mitgliedsverbände die Lebenswirklichkeit von Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen kennt. Darüber hinaus hat der Landesfrauenrat auch einen Sitz im Rundfunkrat (wie Sie wissen, bin ich z. Zt. in der Vertretung), daher können ein besonderes Interesse und eine Affinität zum WDR vorausgesetzt werden.

In Art. 3,2 Grundgesetz heißt es „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche   Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Der Gleichberechtigungsparagraph von 1949 wurde 1994 um das ausdrückliche Gleichstellungsgebot erweitert. Daher stünde es einem öffentlich-rechtlichen Sender wohl an, sich mit dem Stand von Gleichstellung heute zu beschäftigen, Zahlen zu nennen und Vergleiche mit anderen EU-Ländern anzustellen.

Inzwischen konnten die Vorsitzende Dr. Patricia Aden und die Beisitzerin Josefine Paul MdL die Position des FrauenRates NRW in einem sehr offenen Gespräch mit den Programmverantwortlichen deutlich machen. Auch in der Sitzung des Programmausschusses brachte Patricia Aden die Kritik mit großer Zustimmung des Ausschusses vor. 

 

Nächste Termine

06.10.18 Veranstaltung 100 Jahre Frauenwahlrecht

09.10.18 Vorstandssitzung

13.11.18 Vorstandssitzung

04.12.18 Vorstandssitzung

Letzte Pressemitteilung

FrauenRat NRW fordert die Impfakzeptanz zu verbessern - Impfraten landesweit erhöhen

Impfen schützt vor Infektionskrankheiten und ihren vermeidbaren Folgen, zu denen in jedem Fall Krankheitstage zählen. Diese sind eine Belastung für die erkrankten Menschen selbst und ihre Familien. Darüber hinaus führen Krankheitstage zu Ausfällen bei der Arbeit und vergrößern den Betreuungsbedarf. Infektionskrankheiten können aber auch schwere Komplikationen nach sich ziehen, bis zu Behinderung und Tod. In einem modernen und leistungsfähigen Gesundheitssystem sollte jeder Mensch vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter den bestmöglichen Impfschutz haben.

Impfungen dienen in erster Linie dem individuellen Schutz. Dieser wird nur erreicht, wenn alle Impftermine laut Impfkalender der STIKO wahrgenommen und auch im Erwachsenenleben Impfungen aufgefrischt werden. Die Zahlen des Robert-Koch-Institutes zeigen, dass oft die erste Impfdosis noch verabreicht wird, aber Folgetermine nicht mehr wahrgenommen werden. Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter finden nicht flächendeckend statt.

Impfungen haben aber auch eine sozialmedizinische Dimension, indem sie Menschen schützen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Dieser Effekt, die sogenannte Herdenimmunität, tritt aber erst ein, wenn 95 Prozent einer Population gegen eine Krankheit geimpft ist. Durch flächendeckende Impfungen ist es der WHO gelungen, die Pocken weltweit auszurotten. Das Ziel der WHO, die Masern weltweit zu eliminieren wird u. a. deshalb nicht erreicht, weil in Deutschland die Impfquoten zu niedrig sind.

Der FrauenRat NRW e.V. begrüßt ausdrücklich die Bereitstellung von 200.000 Euro im Landeshaushalt NRW für Schutzimpfungen und Aufklärung. Ebenso begrüßen wir den Antrag der Regierungsfraktionen, eine landesweite Impfkampagne zu entwickeln. Folgende Punkte sollten dabei besondere Berücksichtigung finden:

  • Die HPV-Impfung, die jetzt für Mädchen und Jungen empfohlen wird, muss besonders beworben und durch aufsuchende Impfaktionen verbessert werden. Bei der aktuellen Impfquote von unter 40 Prozent werden viele junge Menschen den Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, Anal- und Mundbodenkarzinomen, sowie vor Feigwarzen verfehlen.
  • Menschen ab 60 Jahren müssen ausdrücklich in den Impfschutz einbezogen werden, besonders bei der Grippe- und der Pneumokokkenimpfung. Mit steigendem Alter nimmt das Infektionsrisiko zu. Alte Menschen dürfen nicht bei der Gesundheitsversorgung benachteiligt werden.
  • Der Erfolg einer landesweiten Kampagne hängt nicht nur von der Einsicht der Bevölkerung ab, sondern in hohem Maße von den Ärzten, die Impfungen niedrigschwellig anbieten müssen. Deshalb sollen auch Ärztinnen und Ärzte in die Kampagne einbezogen werden, mit dem Ziel, dass bei jeder Routineuntersuchung, wie z.B. Gesundheitsuntersuchung, Krebsvorsorgeuntersuchung, Arbeitsschutzuntersuchung der Impfschutz überprüft und Impflücken geschlossen werden. Für Kinderärzte muss sichergestellt werden, dass sie auch Eltern und Betreuungspersonen impfen können.